Interview mit Raimund Pleschberger

Wie lange unterrichtest du hier schon? 
Ich unterrichte seit November 2018 und teile mir die Stunden mit Will Potter, da ich auch im ZOOM Kindermuseum tätig bin. 

Was ist die kunstschule.wien für dich?
Ich betrachte die kunstschule.wien als einen Ort, an dem Studentenmit sehr unterschiedlichem Hintergrund in Bezug auf Alter, Ausbildung usw. einen Ort finden, wo sie künstlerisch etwas für sich erarbeiten können. Die kunstschule.wien bedient sehr unterschiedliche Bedürfnisse und ist ein Ort, der auch viel Freiraum lässt, um zu schauen, was man im künstlerischen Bereich wirklich machen will und kann. 

Gibt es ein Thema, dass in eurer Werkstatt gerade behandelt wird? 
Nein, das machen wir ganz bewusst nicht, aus den Gründen, weil  die Studenten*innen in dieser Klasse sehr verschieden sind und ich darin keinen Sinn sehe, ein einheitliches Thema zu setzen. Sowohl Will Potter als auch ich sehen die Bildhauerei als offenen Bereich, der unterschiedlich interpretiert werden kann. Für uns geht es im Prinzip darum, dass jede/r herausfinden kann, was so die eigenen Themen sind und welche Materialien einem zusagen. Ich denke, da wäre ein klares Thema eher hinderlich. 

Findest du, muss es in der künstlerischen Arbeit immer einen Prozess geben in der künstlerischen Arbeit? 
Ich glaube, künstlerisches Arbeiten ist immer ein Prozess und eben oft auch kein leichter. In unserer Werkstatt soll sich jede/r ausprobieren können und diesen Prozess durch experimentelles Arbeiten auch selbst erleben. 

Welchen Stellenwert hat der Prozess für dich in deiner Arbeit? 
Der Prozess ist eigentlich die Suche nach der eigenen künstlerischen Sprache, die sich natürlich auch immer ändert. Dabei finde ich es wichtig, die Erwartungen mal nicht zu hoch zu schrauben und einfach auch einen spielerischen Zugang zu kultivieren, zu experimentieren. So kann ein Prozess dann auch vorankommen. 

Was machst du, wenn eine/r deiner Student*innen das Gefühl hat, nicht weiterzukommen bzw. festzustecken oder keine Ideen mehr hat? 
Von uns aus gibt es das Angebot, die Studierenden inhaltlich sowie auch technisch zu unterstützen. Für mich geht es darum, herauszufinden, welche Überlegungen hinter den Projekten stecken und ob die Studierenden überhaupt Unterstützung brauchen. Da sind die Bedürfnisse genauso unterschiedlich wie die Personen. Die Schwierigkeit liegt darin, für sich selbst zu definieren, was die Arbeit sein soll. Ich gebe natürlich aufgrund meiner eigenen Erfahrungen Feedback in Bezug auf Inhalt und Material, aber letztendlich muss jede/r selbst seine eigenen Kategorien entwickeln. Das ist ja das Gute, aber auch das Schwierige an der Kunst, es gibt keine vorgefertigten Kategorien. Manchmal hilft es einfach auch schon, spazieren zu gehen oder die Arbeit ruhen zu lassen. 

             Die Künstler Raimund Pleschberger und Will Potter leiten die Werkstatt Bildhauerei.            

8. März 2019