Interview mit Walter Fröhlich

Wie lange unterrichtest du hier schon?
Seitdem es Comic als eigenständige Werkstatt gibt. Vorher war es nur ein Labor. Am Anfang waren wir 3 Professoren, dann bald nur mehr zu zweit, jetzt wieder zu dritt.

Was ist die Kunstschule für dich?
Eine Ausbildungsstätte mit unglaublichen Möglichkeiten und eine breit gefächerte Spielwiese für Studierende. Gerade das Studium ist die Zeit, wo man experimentieren kann. Drei Jahre reichen meiner Meinung nach nicht für ein Kunststudium. An der kunstschule.wien ist zuerst das Orientierungsjahr, dann kann man ein Jahr studieren und dann ist schon das Jahr mit Diplom. Vorher hatten wir vier Jahre Studium. Das Studium für Künstler*innen geht ein Leben lang!

Was ist das heurige Thema, das in deiner Werkstatt behandelt wird?
Wir haben keines, aber bis zum dritten Semester kann jede/r frei arbeiten. Im vierten Semester gibt es dann Richtlinien für Form, Thema und Seitenanzahl.

Findest du, es muss in deiner Werkstatt immer einen Prozess geben?
Nein, aber ich finde es gut, wenn man sich auf den eigenen Prozess konzentriert und darin schafft. Experimentieren, Chaos verbreiten und die Welt in Flammen setzen!

Was machst du, wenn eine/r deiner Studierenden das Gefühl hat, im Prozess nicht weiterzukommen?
Dann schau ich, was man machen kann, wir reden drüber und schau ma mal, ist ja jede/r Studierende individuell. Im schlimmsten Fall zeichne ich!

Wann weißt du, dass ein Prozess zu Ende ist?
Mein Prozess ist dann zu Ende, wenn mein Werk gedruckt ist. Kann aber auch sein, dass ich nach langer Zeit über das Werk nochmal drüber geh. Es ist dann zu Ende, wenn ich zum Grabe getragen werde.

Walter Fröhlich (Illustrator, Comiczeichner, Verleger), Thomas Fatzinek (Autor und Illustrator) und Leo Koller (Illustrator, Comiczeichner, Musiker und Filmemacher) leiten die Werkstatt Comic.

1. März 2019