Interview mit Birgit Kerber

Wie lange unterrichtest du hier schon? 
16 Jahre an der Wiener Kunstschule und seit 2015 an der kunstschule.wien.

Was ist die kunstschule.wien für dich? 
Die Studierenden werden an den unterschiedlichsten Stationen ihres Lebens abgeholt und beginnen gemeinsam eine Ausbildung. Das ist für mich eine einmalige Lernsituation, die von Seiten der Studierenden und Lehrenden sehr fordernd und bereichernd ist. 

Gibt es ein Thema, dass in deiner Werkstatt gerade behandelt wird? 
Dieses Semester ist der Hauptfokus auf das jährliche Magazin gelegt. Dadurch ist editorial design ein wichtiger Bereich, den wir uns erarbeiten. Parallel dazu beschäftigen wir uns mit Verpackungsdesign, Typografie und dem animierten Plakat. Besonders im angewandten Bereich, wie Grafik Design kommt es in der Praxis immer wieder vor, dass man mehrere Projekte gleichzeitig betreuen muss. Da ist es wichtig, sich seine Zeit gut einzuteilen, Prioritäten zu setzen und termingerecht zu liefern. 

Findest du, es muss in der künstlerischen Arbeit immer einen Prozess geben? 
Ein Prozess startet unweigerlich, wenn sich ein Gedanke an den anderen reiht. 

Welche Bedeutung hat der Prozess in deiner Arbeit als Lehrende an der kunstschule.wien? 
Ich möchte keine Gebrauchsanweisung an die Studierenden weitergeben. Das Erkennen von Zusammenhängen durch Erfahren und Experimentieren ist die Basis für ein reflektiertes und nachhaltiges Wissen. 

Was machst du, wenn eine/r deiner Student*innen das Gefühl hat, nicht weiterzukommen bzw. festzustecken oder keine Ideen hat? 
Hilfe zur Selbsthilfe. 

Wann weißt du, dass ein Arbeitsprozess zu Ende ist? 
Das ist der Zeitpunkt, an dem ich das Interesse daran verliere. 

             Birgit Kerber ist Gestalterin und leitet die Werkstatt für Grafik Design.             
             Ab Herbst 2019 erweitert Silvia Stocker das Leitungsteam.            

Werkstätte Grafik Design

6. März 2019