Interview mit Anna Stangl

Wie lange unterrichtest du hier schon? 
Seit einem Jahr. Vorher haben Barbara Höller und Gerlinde Thuma Malerei unterrichtet. 

Was ist die Kunstschule für dich? 
Sie bietet ein sehr vielseitiges Programm an für junge Leute, die Kunst mögen und noch nicht genau wissen, wohin sie gehen werden. Sie können sich orientieren und Einblicke in verschiedene Bereiche der Kunst bekommen. 

Was ist das heurige Thema, das in deiner Werkstatt behandelt wird? 
Jahresthema ist „diversity“, aber es steht den Studierenden frei. Sie müssen sich nicht daran orientieren. 

Findest du, es muss in deiner Werkstatt immer einen Prozess geben? 
Auf jeden Fall! Der Prozess ist vielleicht das interessanteste an der Kunst. Die Studierenden der kunstschule.wien befinden sich gerade im Stadium des Lernens, und sie lernen am meisten durch den Prozess. 

Welche Bedeutung hat der Prozess in deiner Arbeit als Lehrende an der kunstschule.wien? 
Der Prozess gibt mir einen guten Einblick in die Arbeitsweise der Studierenden, wie sie herangehen und wie sie die Dinge entwickeln. Er gibt mir natürlich auch die Möglichkeit, Anmerkungen zu machen. 

Was machst du, wenn eine/r deiner Studierenden das Gefühl hat, im Prozess nicht weiterzukommen? 
Ich versuche eine Künstler*innen zu finden, die ich gut befinde, die für den Studierenden inspirativ sein könnten. Oder die andere Methode ist, durch ein Gespräch herauszufinden, worum es der/dem Studierenden eigentlich geht und was sie/er ausdrücken möchte. 

Wann weißt du, dass ein Prozess zu Ende ist? 
Das ist in der Malerei eine schwierige Frage. Letztendlich muss das der Arbeitende am Werk entscheiden. Ich sehe oft, dass Studierende zu lang an einem Werk arbeiten und versuche einzugreifen. 

             Anna Stangl und Ulrich Plieschnig, beide im Hauptberuf Künstler*innen, leiten die Werkstatt Malerei und Prozess.             

4. März 2019